![]() |
Kurzbiographie | ![]() |
![]() |
Theodor Körner
23.09.1791 - 26.08.1813
Vor 190 Jahren, am 26. August 1813, fiel in dem Scharmützel bei Gardebusch, in der Nähe von Schwerin, im alter von knapp 22 Jahren Theodor Körner, der Dichter und Sänger der Befreiungskriege.
Wer war dieser auch heute noch nicht ganz in Vergessenheit geratene Dichter und freiwillige Jäger?
|
|
||||||
|
Sein Vater war der sächsische Appellationsrat Dr. Christian Gottfried Körner, ein Freund und Förderer Schillers. Sein Haus war der Mittelpunkt eines literarischen Kreises um Wilhelm v. Humboldt, Kleist, Schlegel, Goethe und eben Schiller. Die Familie war nicht nur sehr gebildet, sondern gehörte auch dem wohlhabenden Großbürgertum jener Zeit an. Mit 17 Jahren besuchte der junge Körner die Bergakademie in Freiberg / Sachsen. Anlässlich eines Aufenthaltes in Karlsbad 1908 kam er erstmals mit den Auswirkungen der napoleonischen Unterdrückungsmaßnahmen in Berührung. Es entstand ein Sonett auf Andreas Hofer, dem berühmten Führer der Tiroler in Ihrem Freiheitskampf gegen Napoleon.
Ab 1810 studierte er in Leipzig weiter. Bald interessierte ihn die Naturwissenschaften jedoch nicht mehr, und er beabsichtigte sich nur noch der Dichtkunst zu widmen. Geschichte und Philosophie hörte er aber weiter. Auf Grund eines verbotenem Duells musste er Leipzig überstürzt verlassen und gelangte über Berlin, Dresden und Karlsbad nach Wien. Hatte er in Berlin Friesen und Jahn kennen gelernt, so wurde er in Wien nun von Friedrich Schlegel und Wilhelm v. Humboldt betreut.
Hier wurde er auch in ganz kurzer zeit zu einem bekannten und erfolgreichen Hoftheaterdichter mit dem fast unglaublichen Jahreseinkommen von 3.000 Gulden.
Im Frühjahr 1812 verlobte er sich mit der geistreichen und schönen Wiener Schauspielerin Antonie (Toni) Amberger. Es findet sich kaum ein zweiter Dichter, den man in so jungen Jahren als Günstling des Schicksals bezeichnen könnte. Doch ein Besuch des Schlachtfeldes von Aspern führt ihm von Neuem die Knechtschaft Deutschlands unter dem napoleonischen Joch vor Augen. Die politischen Ereignisse seiner Zeit berührten ihn schließlich so tief, dass er den Entschluss fasste, seinem bisherigen Leben zu entsagen, und sich persönlich an der Befreiung des Vaterlandes, Deutschlands, von der Fremdherrschaft zu beteiligen.
Zu diesem Zeitpunkt war Sachsen noch immer mit Frankreich verbündet.
Als der preußische König Friedrich Wilhelm III. in Breslau, der Hauptstadt Schlesiens, endlich zum entschlossenen Kampf gegen napoleon aufruft, verlässt Körner Wien, erreicht am 19.März 1813 Breslau, und lässt sich sofort im Gasthof Zum goldenen Zepter, dem Werbebüro des Lützowschen Freikorps, für die Büchsenjäger Kompanie einschreiben.
![]() |
In Breslau trifft er Friesen und Jahn wieder, die sich ebenfalls zu den Lützowern gemeldet hatten. Im Standquartier, dem Städtchen Zobten, beginnt das kurzzeitige Einexerzieren.
| Bereits am 23. März erfolgte
in der Kirche von Rogau die Einsegnung der Schwarzen Schar. |
![]() |
Nach dem Ausmarsch schrieb Körner das Gedicht <Der Aufruf>, dass einen bedeutenden Eindruck auf die gebildete Jugend Deutschlands machen sollte.
Kurz vor Erreichen der sächsischen Grenze verfasst er ein Flugplatt, worauf weitere 500 Freiwillige in das Freikorps des preußischen Major von Lützow eintraten. Körner, von Kameraden und Vorgesetzten gleichermaßen geachtet, wurde einstimmig zum Oberjäger gewählt. Auf Grund seiner Persönlichkeit, der Anerkennung, die er genoss, und nicht zuletzt seiner begeisternden, mitreißenden Gedichte, wurde er bereits am 24. April 1813 zum Leutnant befördert. Er tritt der Kavallerie des Freikorps über und wird nach 4 Tagen zum Adjutant des Major v. Lützow ernannt.
Am 17. Juni, während des <Überfall bei Kitzen>, wo das Freikorps von napoleonischen Truppen fast vernichtet wurde, erleidet Körner eine schwere Verwundung, und nur glücklichen Umständen verdankte er es, überhaupt zu überleben. Nach einigen Wochen der Pflege in Leipzig, erreichte er auf Umwegen am 13. August 1813 bei Ratzeburg wieder das Lützower Freikorps, wo er begeistert empfangen wurde.
| Bereits am 26. August wird er bei dem an sich wenig bedeutenden Überfall auf eine französische Versorgungskolonne tödlich verwundet, | ![]() |
nachdem er wenige Stunden zuvor seinen Schwanengesang <Du Schwert an meiner Linken ...> gedichtet hatte. In Wöbbelin bei Ludwigslust wurde er auf seinen Wunsch hin begraben.
|
|
| Theodor Körner auf dem Totenbett |
Sein umfangreiches Werk, in wenigen Jahren, zuletzt in Monaten zu Papier gebracht, kann hier nicht aufgeführt werden, erinnert sei aber an verwegene Jagtwurde.Lützows wilde, , eines seiner Kriegslieder, dass zum Volksgut
Körner hat den weiteren Kriegsverlauf bis 1814 nicht mehr erlebt, dem Freikorps blieben die ganz großen militärischen Erfolge verwehrt. Und dennoch hat sein Werk und damit auch die Schwarze Schar im ganzen deutschsprachigen Raum zur Niederringung Napoleons und zur Befreiung Deutschlands, ja halb Europas, nicht unwesentlich beigetragen.