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  .Bad Dueben  

 

Blücher in Düben

 

Blücher Gedenkstein

Anlässlich des 125. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig entstand 1938 die Idee für ein Denkmal zu Ehren des Führers der Schlesischen Armee, des „Marschall Vorwärts“, das 1941 gegenüber dem Moorbad errichtet wurde.

 

Durch den Sieg Blüchers bei Wartenburg war das gegen die Nordarmee unter den Kronprinz von Schweden operierende französische Korps unter Marschall Reh in Gefahr, von der bei Leipzig und Dresden stehenden Hauptarmee abgeschnitten zu werden. Reh zog sich daher über Dessau und Bitterfeld auf Delitzsch zurück. Dadurch konnte der rechte Flügel der Schlesischen Armee unter Blücher Anschluss an die Nordarmee gewinnen.

General Gneisenau ließ in der Nacht zum 04. Oktober von der verspätet eintreffenden Sackenschen Vorhut sogleich noch sechs Kosakenregimenter über die Elbe setzen und gegen den Feind auf Kemberg – Gräfenhainichen vorgehen. Hier trafen diese Truppen bereits auf Kosaken unter dem General Korff und setzten sich mit diesen gemeinsam gegen Düben in Marsch. Indessen blieb das Dros in Tornau stehen und nur der General Emanuel ging mit vier Regimentern, denen sich die Kosaken des Generals Lutoftin anschlossen, gegen Düben vor.

Er ließ auf die französische Infanterie bei Düben mit Kartätschen schießen und lieferte ein kleines Gefecht, ohne indessen schon Herr der Stadt zu werden. 11 Offiziere und 100 Mann Gefangene brachte dieser erste Vorstoß der Blücherschen Armee.

In der Nacht zum 05. Oktober räumten die Franzosen Düben und zogen sich auf das jenseitige Muldeufer in Richtung Wellaune zurück. Sie zerstörten hinter sich die Muldebrücke. Während noch die Franzosen die Brücke in Brand setzten, trafen schon die ersten Kosaken vor dem Mühltore in Düben ein.

Am 06.Oktober gegen Mittag ging plötzlich französische Infanterie, die sich in dem unübersichtlichen Ufergelände herangearbeitet hatte, gegen die Dübener Muldebrücke vor. Sofort begann die preußische reitende Artillerie gegen den Feind aufzufahren, der sich, nachdem noch mehrere Kosakenregimenter durch die ziemlich angeschwollene Mulde geschwommen waren, zurückzog, um aber bald mit erhöhter Kraft vorzustoßen.

Die Franzosen trieben die Kosaken nach Düben zurück, brachten eine Batterie von 8 Geschützen in Stellung und beschossen die Brücke und die Stadt, in der sie beträchtlichen Schaden anrichteten. In Düben gingen mehrere Häuser in Flammen auf, zwei russische Bataillone löschten die Brücke. Viele Häuser, darunter auch das Rathaus wurden beschädigt.

Inzwischen hatten aber seitlich der Stadt schwere Geschütze der Blücherschen Armee Aufstellung genommen und donnerten nun zum anderen Muldeufer hinüber, wo das Feuer der französischen Geschütze bald zum Schweigen gebracht wurden und der Feind zurückging.

 

Am 06. Oktober wurde das preußische Hauptquartier von Kemberg nach Düben verlegt, Blücher nahm auf dem Neuhofe sein Hauptquartier. Er besichtigte dabei auch den Fortgang der Herstellungsarbeiten an der Muldebrücke.

 

Am 07. Oktober hatte das Blüchersche Hauptquartier aus Gefangenenaussagen entnommen, dass sich Napoleon noch immer in Dresden befand.

Sogleich wurde daher Anweisungen für ein weiteres Vorrücken auf Leipzig und die Verlegung des Hauptquartiers nach Schönwölkau gegeben.

 

Bei Düben sollte der Hauptübergang über die Mulde sein, daher wurden neben der passierbaren Muldebrücke noch rechts und links zwei Pontonbrücken geschlagen. Die Vorhut vom Langeronischen Korps war auf Blüchers Befehl bei Düben über die Mulde gegangen und sammelten sich bei Wellaune.

 

Im Blücherschen Hauptquartier trafen Meldungen über den Feind ein, die erkennen ließen, dass Napoleon seine Streitmacht gegen die Blüchersche Armee von Dresden her über Meißen, Wurzen führte.

 

Ganz unerwartet kamen daher für den Uneingeweihten die Anordnung, die Blücher am Vormittag des 09. Oktober geheim an seine Unterführer erließ. Er gab den geplanten Übergang über die Mulde bei Düben auf, ließ die Pontonbrücken abbrechen, eine Gesamt Rechtsschwenkung seines Heeres nach Jeßnitz – Zörbig ausführen und das ganze Gebiet zwischen Elbe und Mulde, etwa die Dübener Heide, räumen, um Anschluss an die Truppen des schwedischen Kronprinzen zu gewinnen und sich mit diesen in Richtung Zörbig / Halle zu vereinigen.

 

Er ordnete daher für das Korps Yorck den Übergang über die Mulde bei Jeßnitz an.

 

Am 09. Oktober verlegte Blücher selbst sein Hauptquartier nach Pouch und später nach Jeßnitz.

 

Er ließ Scheinangriffe gegen Leipzig ausführen, um die Bewegung seiner Truppen zu verbergen und den Feind zu täuschen. Dies gelang so gut, dass Napoleon und die französische Heerführer der Überzeugung waren, Blücher bei Düben zur entscheidenden Schlacht zwingen zu können, ja, noch Tage später über die Marschbewegung und das Hauptquartier der Blücherschen Armee völlig im Ungewissen waren.

"Düben, den 7.Oktober 1813

Deinen Brief vom 22. erhalte ich gestern, nachdem ich in großer Unruhe um Euch gewesen bin; Ihr werder Franz sein Schicksal nun schon wissen. Ich hoffe zu Gott, er wird durchkommen; obgleich er 4 Blesuren hat, so ist doch nur ein Rückenstich gefährlich; jetzt bin ich damit beschäftigt, ihn auszuwechseln. Fritz hat wohl zur Unzeit ihre Reise angetreten; währe sie nur in Breslau, so könnte ich sie grade nach Hornhausen von hier schicken, weil unsere Truppen schon in der Gegend sind. Ich denke, man wird ihr in Berlin wohl geraden haben, eine Zeit da zu bleiben. Von Deinem Bruder weiß ich nichts, als daß man sagt, er sei ganz unerwartet vor den Toren von Frankfurt am Rein* erschienen: sicher macht er gute Geschäfte. Du klagst, daß Du nun allein bist, und ich beklag´Dich dieserhalb recht herzlich. Willst Du meinen Rat folgen, so bleib bis Ausgangs November in Breslau; bis dahin werden wir in allem heller sehen können, und dauert alles so wie jetzt fort, so schreib Du nach Berlin und laß Dir ein Quartier besorgen... Wenn Du nur durch unseren Freund Hein wegen des Hauses in Breslau ein Übereinkommen treffen kannst. Schreib mir gleich Deine Meinung, ich stehe jetzt 3 Meilen von Leipzig; einen Brief über die gewonne Schlacht wirst Du erhalten haben. Lebe wohl und schreib bald an Deinen

Blücher."

* Rittmeister von Golomb befand sich damals in Neustadt an der Orla.

 

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Anlässlich des 125. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig entstand 1938 die Idee für ein Denkmal zu Ehren des Führers der Schlesischen Armee, des „Marschall Vorwärts“, das 1941 gegenüber dem Moorbad errichtet wurde.