02. Mai 1813 Schlacht bei Großgörschen

Plan XXL

Für die von beiden Seiten in Aussicht genommene Schlacht in der Ebene von Lützen standen am 02.05.1813

Korps Befehlshaber Infanterie Kavallerie Geschütze
Garde Mordier 10.000 2.800 58
III. Ney 42.000 1.000 76
IV. Bertrand 18.000 400 42
V. Lauriston 16.000 1.000 72
VI. Marmont 23.000 200 62
XI. Macdonald 20.000 400 56
1. Kavallerie Latour-Maubourg   1.800 6
Insgesamt   129.000 7.600 372

französische Kräfte bereit. Wenn man alle anderen Einheiten hinzurechnet, betrug die Gefechtsstärke der zur Schlacht aufmarschierenden Armee Napoleons etwa 145.000 Mann.

Demgegenüber verfügten die Verbündeten für die Schlacht am 02.05.1813 über folgende Kräfte.

Korps Infanterie Kavallerie Geschütze
Berg 6.000 900 60
Wintzingerrode 6.000 6.700 90
Tornmassow 10.000 5.200 136
Miloradowitsch 5.000 2.700 86
Kleist 4.000 1.800 48
Blücher 19.000 5.500 92
Yorck 7.000 1.300 40
Insgesamt 57.000 24.100 552

 

Unter Einbeziehung aller anderen Truppen erreichten diese Korps eine Gesamtstärke von 88.000 Mann.

Zwar war waren damit die Verbündeten an Infanterie unterlegen, jedoch in bezug auf die Kavallerie dreimal überlegen, und auch die Zahl der Geschütze lag bedeutend höher. Das aber mußte sich in einer Schlacht in der Ebene von Lützen, wo Kavallerie und Artillerie voll ausgenutzt werden konnten, positiv auswirken. Andererseits brauchte mann hier die Geschicklichkeit der französischen Infanterie im Schützen- und Ortsgefecht nicht so zu fürchten.

Während sich Napoleon bemühte, seine Truppen zu versammeln und dazu eine straffe Befehlsgebung auszuüben, lies es das russisch-preußische Hauptquartier an einer einheitlichen Kommandoführung schon beim Aufmarsch fehlen. Die Truppen- konzentration blieb ungenügend, und starke Kräfte standen noch zu weit von dem wahrscheinlichen Schlachtfeld entfernt. Trotzdem entschlossen sich die Verbündeten zum Angriff, der am 02. 05.1813 begann. Heftig und mit wechselndem Erfolg wurde um die Dörfer Kleingörschen und Großgörsschen gekänpft.

Napoleon kannte den Standort der Verbündeten Streitkräfte nicht und ließ am 02.05. seine Hauptkräfte, gedeckt durch das Neysche Korps, über Lützen auf der Straße nach Leipzig vorrücken. Das Kleistsche Korbs bei Lindenau wurde von Lauriston mit Nachdruck angegriffen.

Ney hatte die Dörfer Großgörschen, Kleingörschen, Rahna und Kaja besetzt und wurde um 12:00 Uhr (6Stunden später als Scharnhorst geplant) angegriffen.

Gegen 12:30 Uhr wurde Großgörschen durch Preußen genommen und später, gegen 14:00 Uhr, gelang es den Verbündeten in die übrigen Dörfer einzudringen.

Da erschin Napoleon selbst auf dem Schlachtfeld. Er hatte allen auf der Straße nach Leipzig vorrückenden Truppen den Befehl gegeben umzukehren und ließ sie auf Lützen zurück marschieren. Ney wurde angewiesen, sich um jeden Preis zu halten. Nur Lauriston sollte Kleist ununterbrochen weiter angreifen um einen Zusammenschluß des Kleistschen Korps mit den übrigen preußischen Truppen zu verhindern.

Marmonts vorderste Division besetzte Starsiedel und der Kampf um die vier Dörfer entbrannte von neuen. Das Yorcksche Korps wurde durch die Truppen Marmonts gebunden, Blücher zog seine Reserve vor, die preußische Gardebrigade erstürmte Kleingörschen, Eisdorf, selbst Kaja, den Schlüsselpunkt der franz. Stellung. Doch dann trafen die Kolonnen des Vizekönigs und die restlichen Divisionen Marmonts ein. Napoleon war in der unmittelbaren Nähe des entscheidenden Punktes und beheerschte nun die Schlacht, während Wittgenstein die Initiative des Handelns abgeben mußte.Die russischen Garden und Grenadiere des Korps des Prinzen Eugen von Württemberg, wurde nicht in die Schlacht geführt, die Kavallerie ging zurück, Miloradowtsch wurde mit 12.000 Mann bei Zeitz belassen.

Dagegen war Napoleon nun seine Garde in dei Schlacht, die Kaja, als schon die Dunkelheit einbrach, den Preußen wieder entriß. Der zu spät befohlene Vorstoß des Prinzen Eugen von Württemberg auf dem rechten Flügel mißlang, ebenso ein in der Dunkelheit, durch Erscheinen einer französischen Kolonne bei Rahna, veranlaßtes Vorgehen Blüchers. Er führte noch in der Dunkelheit eine Kavallerieattacke, die aber den Ausgang des Kampes nicht mehr beeinflussen konnte. Mit anbrechendem Morgen sollte die Schlacht erneuert werden; doch bewog Wittgenstein den Zaren Alexander I. und dieser dann den preußischen König, den Rückzug anzutreten. Die Verbündeten verloren gegen 11.500 Mann.

Der Prinz von Hessen-Homburg war gefallen. Scharnhorst wurde in der Schlacht verletzt und starb am den folgen dieser Verletzung am 28.06. 1813 . Blücher selbst wurde durch drei Kugeln leicht verwundet.

Die Verbündeten hatten in der Schlacht von Großgörschen eine Niederlage erlitten, Napoleon dagegen einen Sieg errungen, den er politisch so dringend benödigte.

Aber die russisch-preußische Armee war nicht entscheidend geschlagen. Betrugen ihre Veruste 11.500 Mann und zwei Geschütze, so hatte die französiche Armee 22.000 Mann und fünf Geschütze verloren.

Die Tatsache, daß sie der überlegenen Macht Napoleons standgehalten hatten und sich jetzt geordnet zurückzogen, erfüllte die Truppen der Verbündeten mit Zuversicht auf die weiteren Ereignisse. Dazu trug auch bei, daß sich auf dem Schlachtfeld die russisch-deutsche Waffenbündnis gefestigt hatte.

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