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Blücher und Gneisenau mit schlesischer Landwehr in der Schlacht an der Katzbach am 26. August 1813
S c h l e s i e n 1 8 1 3
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Es fällt Regen am 26. August 1813.
Armeen marschieren.
Auf der einen Seite die Armee du Bober. Zumeist Franzosen und Italiener
Auf der anderen Seite die Schlesische Armee. Ein preußisches und zwei russische Korps.
Nach dem Gefecht bei Goldberg verließ Napoleon die Arme und ließ drei Korps (III., V., XI.) zurück um der geschlagenen und zurückweichenden Schlesischen Armee den Rest zu geben. Der Kaiser selbst musste zurück nach Dresden wo Carra St. Cyr und Hilfe schrie :
Die böhmische Armee mit 200.000 Mann wird mich mit meinem Corps vernichten, wenn ich keine Hilfe bekomme!!
Also machte Napoleon kehrt und nahm die Garde mit.
Das Kommando über die Armee du Bober übernahm Marschall MacDonald mit seinem getreuen Stabschef Arno Carniecki. Zwei Divisionen links und rechts detachiert und auf gings mit dem Rest des V. und dem XI. Korps und Sebastianis II. Kavalleriekorps auf gen Liegnitz.
Ca. 3 Stunden zurück folgte das III. Korps, dass jetzt , da Marschall Ney mit dem Kaiser ging, Souham unterstellt wurde.
Auf der anderen Seite führte der alte Marschall Vorwärts, Gebhart Leberecht "Dirk Müller" von Blücher das Kommando und der war der Ansicht, nachdem bekannt wurde, dass Napoleon Richtung Dresden entschwunden war, dass man wieder ein Stückchen vorgehen wollte.
Der russische General Langeron ging auf der Linken vor Yorck´s I. Preußenkorps in der Mitte und Sackens Russen rechts. Sacken hing aber noch zwei Wegstunden zurück.
Beide Armeen hatten mit den Witterungsumständen zu kämpfen und kamen auf aufgeweichten Weg nur langsam vorwärts. Auch die Aufklärung versagte und so kam es am Flüßchen Wütenden Neisse, inzwischen und Dank des Hochwassers wirklich ein reißender Fluß wurde, zu einer schicksalhaften Begegnung.
Gerards XI. Korps ging Riemberg und Kroitsch entlang der Katzbach und der Wütenden Neisse vor, die nur an einigen wenigen Stellen passierbar war. Bei dem Dorf Nieder-Crayn traf er mit den leichten Truppen der preußischen Avantgarde von Katzler zusammen, die sich schleunigst auf das höher gelegene Gelände der Wütenden Neisse zurückzogen. Dort oben wurden so an die 20 Geschütze aufgefahren und die Infanterie besetzte das Ufer. Heftiges Feuer schlug in die Reihen der Franzosen und Italiener der 35. Division. Die andere Division sowie die Korpskavallerie ging weiter auf dem linken Ufer vor, durchquerte einen Wald und besetzte einen langezogenen Hügel zwischen der Wütenden Neisse und dem Dorf Seichau gelegen. Diese Anhöhe beherrschte die ganze Gegend. Zwei kleine russische Divisionen unterstützt, von einigen Kosaken und leichter Kavallerie rückte über die Dörfer Hermannsdorf und Hennersdorf ebenfalls auf diese Anhöhe vor. Doch die Franzosen waren schneller. Rasch wurde eine stattliche Anzahl Geschütze aufgefahren, die die Franzosen sofort unter heftigen Beschuss nahmen. Leichte Infanterie rückte gefolgt von Infanteriekolonnen und Kavallerie weiter vor.
Einige der französische Bataillone gingen schon zurück, da das russische Artilleriefeuer hohe Verluste forderte. Diese Chance nutzen 4 Bataillone um aus der Deckung eines Bachgrundes den Hügel herauf zu stürmen. Ein Bataillon leichter französischer Infanterie wurde in die Flucht geschlagen und Marschall MacDonald, der sich direkt hinter der ersten Linie befand und seine leichte Infanterie anspornte wurde von einem Trupp russischer Infanteristen gefangen genommen. Das war ein Fang und der Marschall wurde sofort zu Blücher ins Hauptquartier gebracht.
Auch die preußische Reservekavallerie von Jürgaß stürmte über eine kleine Furt und nahm ein kleines Gehöft den Arnoldshof, aber das Gehöft ließ sich nicht halten nachdem weitere französische Infanterie heran war.
Es gelang den Russen nicht den Hügel im Handstreich zu besetzen und zwei von vier Bataillonen , die den ersten Sturm wagten wurden gefangen genommen.
Rund um das Dorf Seichau am Fuße des Hügels entbrannte nun ein heftiger Kampf. Immer mehr russische Infanterie und Artillerie marschierte heran. Kosaken und reitende Jäger deckten den Flügel.
Auch die Franzosen, die schwer unter dem russischen Artilleriefeuer zu leiden hatten, brachten nun die schwere Kavallerie von Sebastiani´s II. Kavallerie Korps heran und ritten zwei Attacken über einen kleinen Bach und dezimierten die russische Artillerie. Die tapferen Reiter wurden aber nun von Infanterie und der russischen Kavallerie eingeschlossen. Einige Kartätschenschüsse aus den verbliebenen Kanonen ließen die Reiter dutzendweise fallen und die leichte russische Kavallerie zwang sie schließlich zum aufgeben. Einige hundert der tapferen französischen Reiter fielen oder gerieten mit ihren Brigade und Divisionskommandeuren in Gefangenschaft.
Rasch brachten die Russen wieder Artillerie heran und nahmen die Franzosen , die sich nun in Seichau festgesetzt hatten unter Feuer.
Inzwischen war auch die preußische Infanterie der 1. Brigade von Yorck´s Korps angekommen. Ungestüm ging es über den Bach am Fuße des Hügels. Ablösung für die erschöpfte Reservekavallerie, aber auch dieser Sturm brach im Kartätschenfeuer der französischen Batterien oben auf dem Hügelkamm zusammen.
Yorck ließ nun seine Artillerie in dem Talgrund und auf eine kleinen Anhöhe bei dem Dorf Schlaup gegenüber der französischen Stellung abprotzen. Die preußischen und russischen Infantriebataillone standen am Fuße des Hügels, unerreichbar für die französischen Batterien, in dem Bachgrund.
Der Kampf beschränkte sich hier zunächst auf heftiges Artilleriefeuer und Plänkeleien.
Nur um das Dorf Seichau wurde weiter gekämpft. Nachdem weitere russische Infanterie auf dem Schlachtfeld erschien und die Kavallerie sich wieder gesammelt hat. Wurde erneut das Dorf gestürmt. Man drang auch in das Dorf ein und nahmen zwei Batterien der Franzosen, aber die Russen mussten wieder weichen.
Wechselvolle Kämpfe fanden nun hier statt und es wurde auf beiden Seiten heftig gerungen. Erneuter Sturm auf das Dorf, Bajonettangriffe, Kavallerieattacken, Plänklergefechte und Artillerieduelle prägten das Bild und letztendlich behielten die Russen trotz hoher Infanterieverluste die Oberhand. Die Franzosen verloren während dieser Kämpfe den größten Teil ihrer Artillerie und auch die französische Kavallerie hatte namhafte Verluste. Das Dorf ging verloren, aber der Hügel blieb in französischer Hand.
Das Lauriston´s V. Korps und große Teile der Infanterie von Gerard´s XI. Korps hielten die Stellung unterstützt durch die noch verbliebenen acht Batterien Artillerie insgesamt knapp 50 Geschütze.
Die preußischen Truppen wurden immer stärker, denn mehr und mehr Brigaden des Yorckschen Korps erreichten das Schlachtfeld. Die Brigaden Hünerbein und Steinmetz sammelten sich am Fuße des Hügels. Mehr und mehr Artillerie fuhr auf und die Brigadekavallerie rückte in die verbliebenen Lücken.
Derweil entbrannte weiter nördlich ein weiteres Gefecht. Französische Kavallerie von Sebastiani´s Korps versuchte bei Dohna das Plateau jenseits der Katzbach zu erreichen.
Es gab nur zwei Furten, die eine Überquerung, des durch den Regen angeschwollenen Baches, zuließen. Ein bewaldetes Defilee, westlich von Dohna, wurde von Katzlers Kavallerie bewacht und die ließ sich auch durch Artilliriebeschuss nicht zurücktreiben.
Die andere Furt weiter nördlich wurde von starken französischen Kavalleriekräften angegriffen und bevor Katzler dort eine reitende Batterie und ein Bataillon Infanterie postieren konnte, waren auch schon einige hundert Kavalleristen auf dem Plateau.
Es war inzwischen Mittag geworden und die Sicht war schlecht. Regenschleier zogen über das Schlachtfeld. In Gewaltmärschen eilten die Verstärkungen beider Seiten heran. Auf dem Plateau erschien zuerst die Vorhut des russischen Korps Sacken und besiegelte das Schicksal der zwei französischen Reiterregimenter, die bereits auf das Plateau vorgedrungen waren. Infanterie und Dragoner waren schnell zur Stelle und die kecken Franzosen mussten sich ergeben oder wurden niedergemacht.
Bald war auch Sacken´s Artillerie heran und dahinter tauchten die 6000 Kavalleristen der Husarendivision und Karkov´s Kosaken aus dem Dunst auf.
Sacken sandte seine Reserveartillerie nach Dohna und ließ zwischen dem Dorf und dem bewaldeten Defilee in Stellung bringen. Die Kanonen kamen gerade rechtzeitig, denn Souham Avantgardedivision war eingetroffen und einige Bataillone drängten in Richtung des Defilees. Bald kartätschte die russische Artillerie in die Reihen der Franzosen, und riß ganze Kompanien in den Tod.
Immer mehr französische Infanterie, Kavallerie und nun auch Artillerie tauchte hier nun auf.
Während dieses Kampfes bei Dohna ging der Kampf am Hügel um den Arnoldshof und den Ort Seichau weiter. Die Franzosen wehrten sich tapfer, aber die Übermacht der Verbündeten wurde zusehends größer. Es waren nun die Korps von Yorck und Langeron komplett aufmarschiert. Immer neue Bajonettangriffe und Kavallerieattacken erschütterte die französische Linie. Eine heftige Kanonade aus über 150 Geschützen ging auf die Verteidiger des Hügels nieder und zermürbte deren Ordnung. Viel Generale fielen oder gingen in Gefangenschaft. Im dritten oder vierten Sturmlauf gelang es den Russen und Preußen den Hügel hinaufzustürmen. Die letzten französischen Kanonen gingen verloren, immer neue Reiterattacken auf die dezimierten Bataillone entschieden den Kampf um den Hügel. Die Franzosen fluteten den Hügel hinunter in den schützenden Wald. Mehrere Bataillone mussten sich den Russen und Preußen ergeben. Einige Gegenstöße mit frischen Bataillonen trieb die Russen noch einmal ein Stück zurück, aber ohne ein einziges Geschütz konnte der Hügel konnte nicht mehr zurückerobert werden.
Oben protzen bald die schweren preußischen und russischen Batterien ab. Infanterie und Kavallerie besetzten den Hügel und Plänkler drangen vor.
Es war ein Gemetzel und die Erstürmung des Hügels kostete die Verbündeten 10.000 Mann Infanterie jedoch verloren die Franzosen die gesamte Artillerie mit über 140 Kanonen und man schätze 15.000 Mann Infanterie und auch die Kavallerie hatte schwer gelitten. Auch Lauriston, der, nach der Gefangennahme von MacDonald, den Oberbefehl übernahm fiel tödlich getroffen vom Pferd.
Doch war der Kampf noch nicht vorbei. Die Franzosen sammelten die Infanterie, die, verstärkt durch die Korpskavallerie des III. Korps einen Angriff in die Flanke der Russen nahe des des langgestreckten Dorfes Seichau unternahm. Der Kampf war aber noch nicht entschieden und ohne Artillerie werden es die tapferen Franzosen schwer haben.
Auch der Kampf bei Dohna nahm für die Franzosen eine ungünstige Wendung. Erschüttert von dem Beschuß der russischen Batterie auf dem Plateau, zog sich die französische Infanterie ein Stück zurück und auch die Kavallerie hielt in einiger Entfernung. Die Franzosen brachten nun ihrerseits ca. dreißig Kanonen in Stellung und dezimierten die russische Batterie, die nun schon auf über 50 Geschütze angewachsen war.
Unbemerkt von den Franzosen trabten plötzlich 6 Schwadronen russische Dragoner, insgesamt über 200 Reiter stark, aus dem Wald über die Furt heran und gingen zur Attacke über. Es blieb den Franzosen keine Zeit noch Infanterie oder Kavallerie heranzubringen. Furchtbar wüteten die Dragoner unter den Kanonieren und alle Geschütze gingen verloren.
Die Lage wurde nun bedrohlich für die französische Boberarmee. Zwei Armeebefehlshaber sowie einige Divisions- und Brigadegenerale waren gefallen oder gefangen. Kein einziges Geschütz war mehr vorhanden. Die Infanterie des V. und XI. Korps hatte schwer gelitten und vom II. Kavallerie Korps Sebastiani existierten nur noch Teile der leichten Kavallerie. Sebastiani selbst fiel an der Spitze seiner Truppen. Vom III. Korps war erst eine Infanteriedivision und die leichte Kavallerie da und diese Truppen waren auch schon im Gefecht und der Kommandeur der Avantgardedivision war ebenfalls schon ausgefallen.
Souham selbst war mit dem Gros des Korps, ca. 30 Bataillone stark, noch zwei Stunden zurück und würde nicht vor 5 Uhr eintreffen. Zwei Stunden musste die erschütterte Linie noch gehalten werden.
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Die Schlesische Armee war nun in der besseren Position und rein zahlenmäßig überlegen. Der Hügel im Zentrum wurde befestigt und mit fast 150 Kanonen gespickt. Langerons Infanterie hatte die höchsten Verluste, hielt aber den Gegenangriffen der, immer noch kraftvollen französischen Infanterie, stand. Auch Yorck´s Infanterie, in der Mehrzahl Landwehr, war geschwächt, aber in guter Ordnung und stürmte sogar noch den Ort Nieder-Crain im Zentrum. Die Reservekavallerie von Jürgaß war erheblich dezimiert worden aber mit den Regimentern der Brigadekavallerie zählte man noch ca. 1500 2000 kampffähige Reiter und hinter dem Korps Yorck standen die 6.000 Kosaken und Husaren vom Korps Sacken.
Sacken´s Streitmacht hatte fast keine Verluste, zählte noch 18 Bataillone und 50 Kanonen und hielt in günstiger Stellung das Plateau östlich der Wütenden Neisse.
Regendurchnässt schleicht der reporter über das Schlachtfeld und sehnt sich nach einer Tasse Kaffee.
Es bleibt die Frage offen inwieweit die französische Armee das Schlachtenglück noch einmal wenden kann, wenn Souham mit dem Gros seines III. Korps an der Katzbach eintrifft oder ob Blücher´s Schlesische Armee den nun gewonnenen und teuer erkauften Vorteil weiter ausnutzen kann.
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