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  Möchern  

  

 

Die Schlacht bei Möckern

 
 

 Der Sieg Napoleons bei Wachau --- wie heldenmütig seine braven Korps auch gestritten --- war nur ein Scheinsieg gewesen. Die Siegesglocken, welche auf sein Geheiß geläutet wurden, um die lose gewordenen Bande mit den Rheinbundtruppen fester zu knüpfen, sollten zum Grabgeläute seiner stolzen Hoffnung werden. Schon war im Norden Leipzigs der Mann erschienen, der dem Nopoleonismus den schwersten Schlag versetzen sollte: der alte Blücher.

Radetzkys Operationsplan entsprechend sollte Blücher mit seiner Armee aus Richtung Halle – Schkeuditz auf Leipzig vorstoßen. Das Hauptquartier der Schlesischen Armee legte dieses Vorgehen von vornherein als Angriff an. Da aber die Nordarmee noch nicht herangerückt und der genaue Standort der Franzosen unbekannt war, wurde ein Teil der Armee in Richtung Düben datachiert, um Bernadotte zum schnelleren Handeln zu zwingen. So standen in den Kämpfen des 16.Oktober nur zwei Korps, das preußische unter Yorck und das russische unter Sacken, zur Verfügung. 21.000 Preußen unter Yorck trugen die alleinige Last des Kampfes in der Schlacht bei Möckern. Ihnen gegenüber stand das VI. Korps Marmont, das aus 18.600 kampferprobten Soldaten bestand, die in diesem Feldzug noch keine Niederlage erlitten hatten. Mormonts Streitkräfte waren schon im Abmarsch von Möckern zur Südfront begriffen, als sie von den heranrückenden Truppen der Schlesischen Armee zur schleunigen Rückkehr in die Stellung zwischen Möckern und Eutritzsch gezwungen wurden. Marmonts äußerster rechter Flügel wurde bei Wiederitzsch von 2.500 Mann der Division Dombrowski gedeckt.

In den nun entbrennenden Kampf wurden die Franzosen schon nach kurzer Zeit aus Breitenfeld und Lindenthal auf ihre Hauptstellung bei Möckern zurückgetrieben. Durch die notwendig gewordene Rechtsschwenkung der Korps von Sacken und Yorck entstand aber eine Gefechtslücke, die von der preußischen Brigade Hünerbein in Richtung auf das gegen Wiederitzsch vorgehende Korps Langgeron nur notdürftig geschlossen werden konnte. Etwa 14:00 Uhr begann der Sturm der Preußen auf das von französischen Truppen befestigte Möckern. Es entbrannte ein heißer Kampf. Viermal stürmten die Bataillone Yorcks vergeblich, erlitten ungeheuere Verluste und mussten nach kurzem Vorrücken jedes Mal wieder weichen. Doch beim fünften Angriff gelang ihnen ein Vorstoß bis zum Dorfausgang, doch die Franzosen verhinderten ein weiteres Vorgehen. Immer größer wurden die Verluste auf beiden Seiten. Mormonts 2. Marineregiment, das zu den besten französischen Truppen gehörte, wurde fast völlig aufgerieben, ebenso das 4. Marine- und das 37. Linienregiment.

   

Um Möckern entbrannte zum erstenmal in der Geschichte ein Häuserkampf,

jedes Haus wurde jetzt einzeln gestürmt und bis zum Dach Stück für Stück erobert.

Die Zahl der Toten und Verwundeten erreichte erschreckende Ausmaße, fast alle Offiziere waren darunter.

Gegen 17:00 Uhr setzte sich die Reserve des Yorckschen Korps, die Brigade Steinmetz, in Bewegung. Ein mörderisches Feuer, aus 40 nebeneinander aufgefahrenen französischen Geschützen, empfingen sie. Die Reihen der Preußen lichtete sich im Nu. Die in Reserve stehend preußische Kavallerie erhielt den Befehl zur Attacke. Der Gegner wurde zum fluchtartigen Rückzug gezwungen. Am Abend sammelten sich die Trümmer des geschlagenen Korps Marmont am linken Ufer der Rietschke – Graben zwischen Gohlis und Eutritzsch.

Die Kavallerie des Yorckschen Korps hatte die Entscheidung herbeigeführt. Unter großen Opfern war der einzige Sieg der Artillerie am 16. Oktober errungen worden. Das Yorcksche Korps zählte nach der Schlacht nur noch 13.000 kampffähige Soldaten, die 16.000 Mann starke Infanterie war auf 9.000 Mann zusammengeschmolzen. Aus 45 Bataillonen wurden am nächsten Tag 21 und nur 7 Landwehrbataillone verblieben von ehemals 25.

Auch das russische Korps von Sacken, das auf dem linken Flügel der Schlesischen Armee gegen Wiederitzsch vorging, erfocht einen Sieg.

Blücher selbst hielt sich an diesem Flügel auf.    

Als im Rücken der Russen die Division Delmas auf der Dübener Landstraße auftauchte, wurde es noch einmal kritisch. Doch die nach Norden marschierenden Korps Langgeron und St. Priest entschieden hier zu Gunsten der Schlesischen Armee den Kampf.

Der siegreiche Ausgang der Schlacht bei Möckern durch die Schlesische Armee unter Blücher wurde für die Alliierten zur Vorentscheidung der gesamten Völkerschlacht.

 

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